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3. Fieber

Bitte bekämpfen Sie Fieber nie voreilig mit Medikamenten. Denn Fieber ist für den natürlichen Abwehr- und Heilungsprozesses des Körpers von großer Bedeutung. Fieber ist immer ein Zeichen für eine massive Abwehrarbeit des Organismuses. Der Körper setzt sich aktiv mit den Krankheitserregern auseinander. Denn die erhöhte Temperatur verhindert sehr wirksam, dass sich Viren im Körper allzu rasch vermehren und ausbreiten. So ist Fieber stets mit einer Selbstregulation zu vergleichen. Dieser Mechanismus funktioniert am besten bei etwa 39 °C.
Wird diese gesunde Reaktion des Körpers aus Angst oder Unwissenheit stets abgeblockt, wird eine wichtige Schutzfunktion des Körpers und der Aufbau der Abwehrkräfte zerstört.
Kinder die zu Fieberkrämpfen neigen, brauchen selbstverständlich einen anderen Umgang mit Fieber.

Wann zum Arzt?

 

  • Bei Fieber über 40 °C
  • Wenn das Fieber über 3 Tage anhält
  • Bei Neugeborenen oder kleinen Säuglingen
  • Wenn das Fieber trotz natürlichen Maßnahmen nicht sinkt
  • Bei zusätzlichen Zeichen wie Ohrenschmerzen, starkem Schüttelfrost, starken Kopfschmerzen, Nackensteife, kalter Haut trotz Fieber, Hautausschlag, Brechdurchfall, extremer Schlappheit


Wichtiges bei Fieber

 

  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und leichte Kost
  • Ein ideales Fiebergetränk ist Zitronenwasser, ansonsten anfänglich wärmende Tees wie Holunderblüten- und Lindenblütentee
  • Wadenwickel nie im Fieberanstieg anlegen
  • Keine Maßnahmen ergreifen wenn das Kind mit dem Fieber gut zurecht kommt
  • Bei fiebernden Säuglingen muß die Plastikwindel geöffnet werden, da es sonst zum Hitzestau kommen kann. Besser sind jetzt Stoffwindeln oder atmungsaktive Windeln
  • Bei Säuglingen kann anstatt von Wadenwickeln auch ein feucht-warmes Tuch auf die Leisten beider Beine gelegt werden
  • Für akuten Handlungsbedarf sollte trotzdem immer ein fiebersenkendes, schmerzstillendes Medikament in der Hausapotheke vorrätig sein


Fiebersenkende Pulswickel


Pulswickel
Werden von den Kindern oft besser akzeptiert als Wadenwickel und können bereits ab Geburt an verwendet werden. Sie stärken den Kreislauf und senken sanft das Fieber. Ideal sind die stärkenden Pulswickel für Säuglinge, denn sie sind durch das Fieber oft so erschöpft, dass sie keine Kraft mehr zum Trinken haben, was aber lebenswichtig für die Kleinen ist. Sie können bereits im Fieberanstieg verwendet werden.

 

Das brauchen Sie dafür:

 

 

1 Zitrone,

Salz oder Essig 

Pulswickel Set

oder 2 Streifen einer alten Windel als Innentuch die jeweils etwa 3 mal um das Handgelenk reichen

und Wollstoff, Socken oder Pulswärmer für frierende Kinder warmes Wasser ( ca. 35°C ) nehmen und für Kinder denen warm ist, kaltes bis lauwarmes Wasser ( 20 - 31°C )  bei Säuglingen bitte nur sanfte Reize setzen - max. 5°C unter der Körpertemperatur


In etwa 100 ml Wasser einige Spritzer Zitrone, Essig oder das Salz geben. Die Hälfte des Innentuchs tränken, so dass das nasse Tuch eineinhalb mal ums Gelenk reicht, auswringen und den trockenen Rest weiterwickeln. So warm wie angenehm, straff um die Hand- oder Fußgelenke legen. Mit dem Außentuch, Wolltuch, Socken oder Pulswärmer befestigen. Bei Verwendung zur Fiebersenkung auch um die Fußgelenke wickeln. Alternativ können Sie nur Handpulswickel machen, vor allem wenn es Ihnen um die Kreislaufstärkung geht.

 

 

Dauer: 

 

Die Wickel alle 10 Minuten erneuern. Nach dreimaligen Wechsel wird eine  mehrstündige Pause gemacht.

 


Wadenwickel

 


Wadenwickel können frühestens ab 6 Monaten angewendet werden. Sie sollen nie im Fieberanstieg angelegt werden.  Mit den Wadenwickeln wird das Zuviel an Hitze im oberen Bereich zur Entlastung von Kopf, Gehirn und Herz durch die feuchten Tücher in die unteren Bereiche abgeleitet.Korrekt angelegte Wadenwickel wirken fiebersenkend, ableitend kreislaufstärkend und beruhigend. Die Wassertemperatur sollte handwarm und immer im Wohlfühlbereich sein. Für Kleinkinder nur 2 - 5°C unter der Fiebertemperatur. Erwachsene können natürlich kaltes Wasser nehmen. Wichtig ist, dass Hände und Füße warm sind, ansonsten vor dem Anlegen des Wadenwickels wärmen. Sind die Waden kalt, darf auf keinen Fall ein Wadenwickel angelegt werden.

 

Das brauchen Sie dafür:

 

 

  • 2 Leinen-Innentücher, Länge 1,5 mal um jedes Bein, vom Fußgelenk bis zur Kniekehle
  • 2 Zwischentücher aus Baumwolle
  • 2 Außentücher aus Molton oder Wollkniestrümpfe (keine Handtücher)                    
  • Schüssel mit Wasser
  • Zusätze wie 1 TL Meersalz, 1 EL Essig oder paar Spritzer Zitrone

Die Innentücher nass machen und nur LEICHT! auswringen. Nur nasse Tücher können dem Körper Wärme entziehen. Beide Beine vom Fußgelenk bis über die Wade straff einwickeln, darüber das Zwischentuch und als Abschluss das Außentuch bis zu den Kniekehlen anlegen. Nur mit einer leichten Decke zudecken.

 

 

Dauer:

 

10 bis 20 Minuten, je höher das Fieber, desto kürzer die Auflagezeit

 

 

 

Wichtig:

 

Die Tücher abnehmen bevor sie warm und trocken sind
Dreimalige Durchführung ist in der Regel notwendig. Je höher das Fieber, desto kürzer auch die Pause zwischen den einzelnen Durchgängen, in der Regel bis zu 20 Minuten. Gesamtdauer bei drei Durchgängen: 1 bis 2 Stunden

 

Bitte beachten:
Die verwendeten Innentücher nach jedem Wickelgang sehr gut auswaschen, denn in ihnen befinden sich viele Stoffwechselabbauprodukte.  Fiebermessen wenn erwünscht, vor dem Wickel und eine halbe Stunde nach dem letzten Wickelgang.  Das Fieber nicht um mehr ala 1°C senken, da ansonsten die Belastung für Herz und Kreislauf zu groß ist. Sinkt das Fieber durch den Wadenwickel nicht, bitte Abklärung durch den Arzt!

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